Direkt zum Inhalt

Projekt Wildpflanzen retten: Vielfalt erhalten, Klima schützen" (WiVi-Klima)

Body

Projekt „Wildpflanzen retten: Vielfalt erhalten, Klima schützen (WiVi-Klima)

Deutschland hat sich international verpflichtet, den Artenrückgang zu stoppen. Aber trotz aller Bemühungen des Naturschutzes ist auch hierzulande ein massiv fortschreitender Verlust unserer Biodiversität zu verzeichnen. Insbesondere der wenig beachtete, aber dramatische Rückgang unserer Pflanzenvielfalt hat besonders schwerwiegende Folgen: Pflanzen sind die zentrale Nahrungsgrundlage aller und zum Teil hochspezialisierter Lebensgemeinschaften und prägen die Habitatstrukturen unserer Land- und Uferlebensräume. Die pflanzliche Diversität hat somit für die Funktion und Resilienz von Ökosystemen eine herausragende Bedeutung, spielt aber auch im natürlichen Klimaschutz eine zentrale Rolle. Insbesondere Offenlandstandorte wie Wiesen und Weiden mit einem großen Pflanzenartenreichtum sind erhebliche stärkere Kohlenstoffsenken als vergleichbare artenarme Flächen. Angesichts des Klimawandels gilt es aber, nicht nur artenreiche Flächen zu schützen, sondern auch das Anpassungspotential von Arten zu fördern. Hier ist die genetische Vielfalt von Arten entscheidend, mit Hilfe derer sich Arten an ändernde Umweltbedingungen anpassen und in der Evolution bestehen können.

 

Der Botanische Garten Berlin setzt sich bereits seit den achtziger Jahren für den regionalen botanischen Artenschutz ein und ist vor allem in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt aktiv. In der Dahlemer Saatgutbank lagert Wildpflanzen-Saatgut, das für Naturschutzmaßnahmen und Forschung zur Verfügung steht. Im Garten werden gefährdete Pflanzen kultiviert und vermehrt. Einige hochgradig gefährdete Arten der Region konnten durch Ansiedlungen an sorgfältig ausgewählten Standorten vor dem Aussterben bewahrt werden. Diese Aktivitäten werden durch naturschutzgenetische Untersuchungen begleitet.

 

 

Seit 2013 besteht in Deutschland der WIPs-De-Verbund (Wildpflanzen-Schutz in Deutschland), der 2013 – 2025 im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt gefördert wurde und in dem ex situ-Artenschutzmaßnahmen (Aufbau von Saatgutsammlungen von Wildpflanzen in Saatgutbanken, Erhaltungs- und Vermehrungskulturen seltener Arten) mit in situ-Maßnahmen (Ansiedlungen und deren Monitoring) miteinander verbunden wurden. Ergänzt wurde das Projekt durch ein umfangreiches Datenmanagement sowie eine breite Bildungsarbeit für alle Altersklassen. Botanische Gärten sind aufgrund ihrer wissenschaftlichen und gärtnerischen Expertise sowie ihrer Rolle als Bildungsorte für das verknüpfte Miteinander dieser vielfältigen Arbeiten besonders geeignet. Doch diese inzwischen erprobten und bewährten Maßnahmen müssen auf Dauer gesichert und finanziert werden.

Hier setzt WiVi-Klima an, das vom Bundesumweltministerium im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) seit Beginn 2026 für drei Jahre gefördert wird und in dem die o.g. Botanischen Gärten zusammen weiterarbeiten. Eine zentrale Aufgabe ist die Entwicklung eines bundeslandübergreifenden Konzepts zur Sicherung, Erhaltung und Förderung seltener und gefährdeter Pflanzenarten, einschließlich der beispielhaften Umsetzung verschiedener ex situ- und in situ-Maßnahmen. Die praktischen Arbeiten werden durch den Aufbau einer nachhaltigen vernetzten Struktur für die Dokumentation von Daten und deren Einbettung in nationale, europäische und internationale Netzwerke sowie der Entwicklung verschiedener Dialogformate und Fortbildungen für den botanischen Artenschutz ergänzt. Gleichzeitig wird das bestehende Kompetenznetzwerkes für den botanischen Artenschutz in Deutschland mit anderen Botanischen Gärten und einschlägigen Institutionen weiter auf- und ausgebaut.

Nach der dreijährigen Förderperiode ist vorgesehen, das Konzept – bei ausreichender Finanzierung durch Bund und Länder – praktisch umzusetzen. Damit leisten die Botanischen Gärten nicht nur einen wertvollen Beitrag zur Umsetzung der Nationalen Biodiversitätsstrategie, sondern auch zur Erfüllung internationaler Verpflichtungen wie der Konvention der Biologischen Vielfalt (CBD) sowie europäischer Vorgaben wie der Umsetzung der europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie und der Wiederherstellungsverordnung der Europäischen Union.

 

Projektförderung

Das Projekt "Wildpflanzen retten: Vielfalt erhalten, Klima schützen" (WiVi-Klima") wird vom Bundesamt für Naturschutz im Rahmen des Aktionsprogramms natürlicher Klimaschutz (ANK) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz gefördert.

Weitere Informationen folgen.
 
 

Gefördert 2026-2028 durch